Weisheitszähne: Wann müssen sie raus?
# Weisheitszähne: Wann müssen sie raus?
Was sind Weisheitszähne?
Weisheitszähne sind die letzten bleibenden Zähne, die normalerweise zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr durchbrechen. Sie sind Überbleibsel aus der Evolution – unsere Vorfahren benötigten diese zusätzlichen Backenzähne zum Kauen von roher Nahrung. Heute sind sie oft nicht mehr notwendig und können sogar problematisch sein, da unser Kiefer kleiner geworden ist.
Nicht jeder bekommt Weisheitszähne. Bei etwa 35% der Bevölkerung brechen sie gar nicht durch. Manche Menschen haben alle vier, andere nur einen oder zwei. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.
Wann sollten Weisheitszähne entfernt werden?
Häufige Probleme, die zur Extraktion führen
- Platzmangel im Kiefer: Der Kiefer ist oft zu klein für die zusätzlichen Zähne, sodass sie schief wachsen oder andere Zähne verschieben
- Teilweise Durchbruch: Der Zahn bleibt teilweise im Kiefer stecken, was zu Infektionen und Entzündungen führt
- Schwer zu reinigen: Ihre Position im hinteren Mund macht sie schwer zu putzen, was zu Karies und Zahnfleischerkrankungen führt
- Wiederholte Infektionen: Entzündungen um den Zahn herum treten immer wieder auf
- Zahnfleischerkrankung: Der Zahn drückt auf das Zahnfleisch oder verursacht chronische Entzündungen
- Zahnfleischschmerzen: Chronische Schmerzen beim Durchbruch, die nicht von selbst verschwinden
Wann ist eine Extraktion nicht nötig?
Nicht alle Weisheitszähne müssen raus. Wenn folgende Bedingungen erfüllt sind, können sie behalten werden:
- Der Zahn bricht vollständig durch
- Er wächst in die richtige Position (nicht schief)
- Sie können ihn gründlich reinigen
- Es gibt keine Infektionen oder Entzündungen
- Er verursacht keine Schmerzen
- Er drückt nicht auf benachbarte Zähne
Viele Menschen haben ohne Probleme alle vier Weisheitszähne ihr ganzes Leben lang. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Symptome, auf die Sie achten sollten
Achten Sie auf diese Warnsignale:
- Schmerzen oder Druckgefühl im hinteren Bereich des Mundes
- Schwellungen oder Rötungen am Zahnfleisch
- Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes
- Unangenehmer Geschmack oder Mundgeruch in diesem Bereich
- Schmerzen beim Kauen
- Kopfschmerzen oder Ohrenschmerzen (können damit verbunden sein)
- Infektionen oder wiederkehrende Entzündungen
Diese Symptome bedeuten nicht automatisch, dass der Zahn entfernt werden muss. Ein Zahnarzt kann genau beurteilen, ob eine Extraktion notwendig ist oder ob andere Behandlungen helfen können.
Der Extraktionsprozess
Was erwartet Sie beim Zahnarzt?
Zunächst wird der Zahnarzt eine Röntgenaufnahme machen, um die genaue Position des Zahns zu sehen. So können mögliche Komplikationen vorher erkannt werden.
Die Extraktion erfolgt normalerweise unter lokaler Betäubung. Sie werden möglicherweise etwas Druck spüren, aber keine Schmerzen. Bei schwierigen Fällen oder wenn Sie sehr nervös sind, können zusätzliche Sedierungsoptionen angeboten werden.
Der Eingriff dauert normalerweise 20-30 Minuten pro Zahn. Der Zahnarzt lockert den Zahn mit speziellen Instrumenten und entfernt ihn dann. Manchmal muss der Zahn in Teile zerlegt werden, besonders wenn er unter dem Zahnfleisch liegt.
Nach der Extraktion
Nach dem Eingriff wird ein Verband auf die Wunde gelegt. Sie müssen etwa 30-45 Minuten darauf beißen, um die Blutung zu stoppen. Danach sollten Sie die Wunde nicht stören.
Tipps zur schnelleren Genesung
In der ersten Woche:
- Kühlung ist wichtig: Tragen Sie in den ersten 24 Stunden eine Kühlpackung auf – 15 Minuten an, 15 Minuten Pause
- Kopf hochlagern: Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf, um Schwellungen zu reduzieren
- Weiche Nahrung: Eis, Joghurt, Suppe, Kartoffelpüree – vermeiden Sie alles Harte oder Heiße
- Nicht rauchen: Das verlangsamt die Heilung erheblich
- Nicht ausspülen: Vermeiden Sie in den ersten Tagen intensives Spülen oder Gurgeln
- Salzwasser-Spülungen: Nach 24 Stunden können sanfte Spülungen mit lauwarmem Salzwasser helfen
Aktivitäten:
- Vermeiden Sie anstrengende Übungen mindestens eine Woche lang
- Leichte Spaziergänge sind nach 2-3 Tagen okay
- Berufliche Tätigkeiten können je nach Schwereigkeit nach wenigen Tagen wieder aufgenommen werden
Zahnhygiene:
- Putzen Sie vorsichtig um die Stelle herum, vermeiden Sie die Wunde selbst
- Nach 24 Stunden können sanfte Spülungen beginnen
Mögliche Komplikationen
Die meisten Extraktionen heilen problemlos ab, aber Sie sollten Folgendes kennen:
- Trockene Alveole: Wenn das Blutgerinnsel verloren geht, heilt die Wunde langsamer. Dies verursacht erhebliche Schmerzen
- Infektionen: Anzeichen sind Fieber, starke Schwellungen oder Eiter
- Nervenverletzungen: Selten, aber eine vorübergehende Taubheit ist möglich
- Blutungen: Normalerweise stoppen sie mit Druck; längeres Bluten sollte untersucht werden
Kontaktieren Sie Ihren Zahnarzt, wenn Sie starke Schmerzen, hohes Fieber oder andere besorgniserregende Symptome haben.
Kosten und Versicherung
Die Kosten für Weisheitszahnextraktionen variieren je nach Komplexität. Einfache Extraktionen sind günstiger als chirurgische Eingriffe. Viele Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten, besonders wenn medizinische Gründe vorliegen. Fragen Sie vorher bei Ihrer Versicherung nach.
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